Die beliebte Glühbirne wurde von der EU je bereits mehr oder weniger vom Markt genommen. Die als Nachfolger hoch gelobten Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren haben sich als Trojanisches Pferd mit gefährlichem (Quecksilber-) Inhalt erwiesen. Jetzt wird ein neuer Favorit ins Rampenlicht gerückt: LED-Lampen. Doch sind sie wirklich das Leuchtmittel der Zukunft? Ich hege da so meine Zweifel!
Leuchtmittel im Vergleich
Grundsätzlich unterscheidet man drei Lampenarten: Thermische Strahler wie Glüh- oder Halogenlampen haben einen Glühfaden, der sich erhitzt, wenn Strom fließt. Dadurch wird zwar viel Energie in Wärme statt in Licht umgewandelt, dafür hat das abgestrahlte Licht ein kontinuierliches Spektrum aller Farben, das dem natürlichen Sonnenlicht sehr ähnlich ist. Die Sonne ist ja auch ein thermischer Strahler, und darum empfinden wir Glühlampenlicht als warm und heimelig.
Bei chemischen Strahlern wie Leuchtstoffröhren und -lampen wird durch den Stromfluss ein Gas zum Leuchten angeregt, wobei für diesen Prozess Quecksilber vonnöten ist. Das macht sie einerseits zu einem echten Risiko (Vergiftungsgefahr bei Bruch) und zu einem Sondermüllproblem. Andererseits ist die Farbtemperatur dieses Lichts deutlich kühler, enthält also wesentlich mehr Blau-Anteile. Zu viel blaues Licht unterdrückt aber die Produktion des Hormons Melatonin, das für einen erholsamen Schlaf so wichtig ist.
Entsteht Licht durch Stromfluss in einem Halbleiter-Kristall, sprechen wir von elektrischen Strahlern. Darunter fallen die neuerdings so gehypten LED-Lampen. Sie weisen zwar ein etwas ausgeglicheneres Lichtspektrum als chemische Strahler auf, aber bei der Farbwiedergabe können sie trotzdem nicht überzeugen. Noch bedenklicher ist das von der Elektronik abhängige Flimmern, das von den Sehnerven unbewusst aufgenommen und vom Gehirn verarbeitet wird – ein permanenter Stressfaktor. Außerdem erzeugt die Elektronik hochfrequenten Elektrosmog in Form von Funkwellen, der unseren Stresspegel weiter in die Höhe treibt. Die Nachteile ‚Flimmern‘ und ‚Elektrosmog‘ gelten übrigens uneingeschränkt auch für Leuchtstoffmittel.
Zu viel Blau kann die Augen schädigen
Man weiß heute, dass für die Gesundheit unserer Augen die spektrale Verteilung des Lichts eine entscheidende Rolle spielt. So kann Untersuchungen zufolge der hohe Blaulicht-Anteil von nicht-thermischen Lichtquellen wie LED’s, Leuchtstofflampen und TFT-Bildschirmen zu chronischen Schädigungen der Netzhaut führen. Die französische Gesundheitsbehörde ANSES empfiehlt daher, insbesondere bei Kindern auf den Einsatz von LED’s zu verzichten.
Blauhaltiges Licht beeinflusst übrigens nicht nur die Melatonin-Produktion. Es regt auch die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol an. Ein dauerhaft hoher Cortisol-Spiegel setzt wiederum die Reaktionsbereitschaft des Immunsystems herab, was gerade bei kranken Menschen Heilungsprozesse bremsen kann. Außerdem ist Cortisol der Gegenspieler von Testosteron: je mehr Stresshormone im Körper, desto mehr sinkt die körperliche Leistungsfähigkeit.
Unübertroffen: die Glühbirne
Je vollständiger Licht das komplette Farbspektrum wiedergibt, desto besser kann unser Auge sehen und einzelne Farben voneinander unterscheiden. Und dabei ist das Licht der Glühlampe bisher unübertroffen. Schon deutlich schlechter schneiden Energiesparlampen ab, während LED-Lampen das allerschlechteste Lichtspektrum wiedergeben.
Die derzeit beste Alternative sind Hochvolt-Halogen-Lampen (230 Volt), die auch in herkömmlichen Glühbirnen-Fassungen erhältlich sind (E27 und E14). Niedervolt-Halogen-Lampen (12 Volt) haben zwar ein ähnlich gutes Lichtspektrum und ein geringes Lichtflimmern, sind aber aufgrund ihres kalten Lichts und der starken Magnetfelder, die ihr Trafo erzeugt, in Wohnräumen zu meiden.
Hinweis: Kurioserweise sind Glühbirnen trotz ihres Verbots nach wie vor im Internet bestellbar…