Feng Shui gab es überall
Der Ursprung dieser Lehre liegt in Asien, wobei vor allem China als das Kernland des Feng Shui angesehen wird. Vieles was Feng Shui lehrt, war jedoch auch in den anderen Gebieten der Erde bekannt.
Jedes Volk, jede vorzeitliche Kultur beschäftigte sich mit den Gesetzmäßigkeiten der Natur, und richtete sich danach. Leider ist dieses Wissen in der westlichen Welt fast zur Gänze verloren gegangen; teilweise war es aber auch absichtlich geheimgehalten worden, beispielsweise in den “Bauhütten” oder “Logen”.
Anders als in China hatte bei uns der Normalsterbliche daher nur sehr beschränkten Zugang (mit Ausnahme der alten Bauernhäuser, bei denen viel heimisches Feng Shui-Wissen verwendet wurde) zu diesen Informationen. In Asien hat sich das Wissen des Feng Shui jedoch bis heute lebendig erhalten, und nun wird es auch für den Westen wiederentdeckt.
Der Name Feng Shui
Feng Shui bedeutet wörtlich übersetzt “Wind und Wasser”. Die ersten Aufzeichnungen und Hinweise auf diesen Begriff sind mehrere Tausend Jahre alt.
Millionen von Menschen betrachteten das Erfahrungswissen des Feng Shui als untrennbaren Bestandteil Ihres Lebens, und man lebte über viele Generationen nach seinen Regeln. Während der Kulturrevolution wurde Feng Shui in China jedoch verboten, da ein solch “überholtes und auf Aberglauben basierendes System” angeblich nicht in ein modernes Staatsgefüge passe. Interessant ist in diesem Zusammenhang jedoch, daß die Regierung in Peking von jeher Feng Shui einsetzte. Selbst Mao Tse Tung, obwohl er selbst es verboten hatte, war Zeit seines Lebens ein begeisterter Experte und auch heimlicher Anwender dieser hohen Kunst.
Die Formschule des Feng Shui
Die in der westlichen Welt am weitesten verbreitete Richtung des Feng Shui ist die sogenannte “Formschule”. Sie basiert auf der Beobachtung, daß die vorherrschenden Formen und die Beschaffenheit der Umgebung, die dort lebenden Menschen prägt und beeinflußt.
Die Gesamtenergie eines Platzes kann entweder förderlich sein und die Menschen positiv unterstützen, aber auch hemmend wirken, was wiederum das Schicksal der Betroffenen negativ beeinflußt. Die Wahl des “richtigen Standortes”, und die bestmögliche Nutzung des individuell dort vorhandenen Potentials, ist demnach das wichtigste Ziel der Feng Shui-Analyse. Einen guten Standort aus der Sicht der Formschule kann man nach sehr einfachen und logischen Kriterien erkennen.
Was ein Haus und ein bequemer Stuhl gemeinsam haben
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem bequemen Stuhl: Ein ideales Sitzmöbel hat neben einer stabilen Rückenlehne, auch noch zwei seitliche Armstützen.
Die Rückenlehne bietet Schutz und Geborgenheit, und auch die Arme finden bequemen seitlichen Halt. Hier läßt es sich optimal und zufriedenstellend entspannen. Wenn Sie sich weiters vor Augen führen, daß es noch schöner und aufbauender wäre, vor Ihrem Stuhl auf ein erfreuliches Umfeld zu blicken, dann haben Sie die wichtigste Feng Shui-Idee bereits erkannt: Das “Lehnstuhlprinzip”.
Wohnen wie im bequemen Lehnstuhl
Was nämlich die chinesischen Feng Shui-Meister vor Jahrtausenden mit so blumigen Begriffen, wie “Drache”, “Tiger”, “Schildkröte” oder “Phönix” umschrieben, basiert auf diesem Lehnstuhlprinzip.
Der ideale Bauplatz bietet einen möglichst freien und ungehinderten Blick nach vorne auf eine schöne Landschaft (“Phönix”). Außerdem sorgt er für Schutz nach hinten (entspricht dem “Schildkrötenpanzer”), und zu beiden Seiten stabilisieren “Drache” und “Tiger” das Gebäude. Demnach ergeben sich folgende idealen Landschaftsmerkmale:
Süden: Blick frei, erfreulicher Anblick, am besten Blick auf Wasser und am Horizont ein auffallender Blickfang (“Phönix”).
Osten: Seitlicher Schutz, beispielsweise ein Hügel, das Nachbarhaus, aber auch Bäume, der Zaun oder die Hecke (“Tiger”).
Norden: Schutz des Rückens durch massiveres Landschaftselement oder ein Gebäude, beispielsweise einen Berg (nicht zu nahe) oder einen Hügel, eine Mauer oder durch dichtere Bepflanzung (“Schildkröte”).
Westen: Ähnlich wie im Osten, doch etwas höher und massiver in der Erscheinung (“Drache”).
Es ist daher nicht verwunderlich, daß auch bei uns, solche idealen Süd-Hanggrundstücke mit Blick auf Wasser, die teuersten und begehrtesten sind! Sollte Ihre Situation nicht dieser idealen Beschreibung entsprechen, können Sie durch die richtige Gartengestaltung für Ausgleich sorgen.